Zitate zur Person
Ludwig Beck
29.06.1880 - 20.07.1944
29.06.1880 - 20.07.1944
Die Geschichte wird diese Führer mit einer Blutschuld belasten, wenn sie nicht nach ihrem fachlichen und staatspolitischen Wissen und Gewissen handeln. (…) Finden ihre Ratschläge und Warnungen in solcher Lage kein Gehör, dann haben sie das Recht und die Pflicht vor dem Volk und vor der Geschichte, von ihren Ämtern abzutreten. Wenn sie alle in einem geschlossenen Willen handeln, ist die Durchführung einer kriegerischen Handlung unmöglich. (…) Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Handlungen! (aus einer Notiz Becks vom 16. Juli 1938, gedacht für einen Vortrag vor der obersten militärischen Führung in Anbetracht des von Hitler geplanten Überfalls auf die Tschechoslowakei)
Sehr kluger Mensch mit Charakter und Verantwortungsgefühl, von tiefer Bildung. (Hauptmann Hermann Kaiser über Ludwig Beck, 1941)
So verschieden die Hintergründe und die einzelnen Kreise der deutschen Widerstandsbewegung waren, in der Anerkennung seiner Person als dem Kopf der Widerstandsbewegung ist niemals ein Zweifel laut geworden. (Dr. Fabian von Schlabrendorff)
Höchstziel ist, alle Deutschen in einem Staat zusammenzufassen, der ihnen Freiheit im Innern, Sicherheit nach außen und die Möglichkeit der Erarbeitung höchstmöglichen materiellen Wohlstands und seelischen Glücks verbürgt. (…) Die Politik, die das Glück und das Wohl der Völker zum Ziel sich setzt, muss auf die christlichen Grundsätze der Wahrhaftigkeit, der Menschlichkeit und der Hilfsbereitschaft aufgebaut sein, letztlich auf den Grundsatz, dass man einem andern nicht antun darf, was man nicht selbst erdulden will. (…) Nach außen müssen wir für den Zusammenschluss der selbständigen europäischen Nationalstaaten und für die Zusammenarbeit aller Völker der Welt, die den Frieden wollen, wirken. (Auszüge aus der von Dr. Carl Goerdeler unter Mitwirkung u. a. von Ludwig Beck erarbeiteten Denkschrift „Der Weg“, 1944)
Wir müssen handeln, weil (…) in eurem Rücken Verbrechen begangen wurden, die den Ehrenschild des deutschen Volkes beflecken und seinen in der Welt erworbenen guten Ruf besudeln. (aus einem Aufruf an die Wehrmacht von Ludwig Beck und Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, 1944)
Erste Aufgabe ist die Wiederherstellung der vollkommenen Majestät des Rechts. Die Regierung selbst muss darauf bedacht sein, jede Willkür zu vermeiden, sie muss sich daher einer geordneten Kontrolle durch das Volk unterstellen. Während des Krieges kann diese Kontrolle nur vorläufig geordnet werden. Einstweilen werden lautere und sachkundige Männer aus allen Ständen und Gauen in einen Reichsrat berufen werden. (…) Die Konzentrationslager werden sobald wie möglich aufgelöst, die Unschuldigen entlassen, Schuldige dem ordentlichen gerichtlichen Verfahren zugeführt werden. (…) Zur Sicherung des Rechts und des Anstandes gehört die anständige Behandlung aller Menschen. Die Judenverfolgung, die sich in den unmenschlichsten und unbarmherzigsten, tief beschämenden und gar nicht wieder gutzumachenden Formen vollzogen hat, ist sofort eingestellt. (…) Wir empfinden es als eine tiefe Entehrung des deutschen Namens, dass in den besetzten Gebieten hinter dem Rücken der kämpfenden Truppe und ihren Schutz missbrauchend Verbrechen aller Art begangen worden sind. Die Ehre unserer Gefallenen ist damit besudelt. Auch hier werden wir für Sühne sorgen. (…) Die zerbrochene Freiheit des Geistes, des Gewissens, des Glaubens und der Meinung wird (…) wieder hergestellt. (…) Die Presse soll wieder frei sein. (…) Der Jugend und ihrer Erziehung gilt eine unserer Hauptsorgen. (…) Die Bildung muss wieder eine allgemeine, Herz und Verstand erfassende sein. Sie muss im Volke wurzeln, und keine Kluft darf zwischen Gebildeten und Ungebildeten liegen. Die Erziehung muss wieder bewusst auf die christlich-religiöse Grundlage gestellt werden, ohne dass die christlichen Gesetze der äußersten Duldsamkeit gegenüber Andersgläubigen verletzt werden sollen. (…) Eine endgültige Verfassung kann erst nach Beendigung des Krieges mit Zustimmung des Volkes festgesetzt werden. (…) Es ist das Ziel unserer Wirtschaftsordnung, dass jedem Arbeiter, Angestellten und Unternehmer der Anteil an unseren Wirtschaftsgütern zuteil wird. (…) Der Missbrauch des Eigentums wird ebenso bekämpft werden wie die ungesunde, die Unselbständigkeit der Menschen vermehrende Zusammenballung des Kapitals. (…) Wir wissen, dass wir nicht allein Herren über Krieg und Frieden sind; wir sind dabei auf die anderen Völker angewiesen. Wir müssen durchstehen, aber wir wollen nun endlich die Stimme des wahren Deutschlands erheben. (…) Gehen wir wieder den Weg des Rechts, des Anstandes und der gegenseitigen Achtung! (…) Dann allein können wir die Grundlage für eine gesicherte Zukunft auch unseres Volkes in einer wieder von Vertrauen, von gesunder Arbeit und friedlichen Gefühlen erfüllten Völkerfamilie schaffen. (Auszüge aus einer für den Fall eines geglückten Attentats auf Hitler zur Verbreitung durch den Rundfunk vorgesehenen Regierungserklärung von Beck und Dr. Goerdeler, 1944)
Es war Unsinn, von einer reaktionär-militaristischen Clique zu sprechen, die das Attentat verübt habe. Viele Namen aus alten Familien stehen neben denen von Sozialdemokraten auf der jetzt bekannt gewordenen Liste von Hingerichteten, die wahrscheinlich nur einen kleinen Teil der wirklich Getöteten nennt. Wie wenig reaktionär Beck selbst gesonnen war, weiß ich aus meinen mit ihm geführten Gesprächen. (Prof. Dr. Friedrich Meinecke, 1946)